Jede Geschichte beginnt mit Menschen, die etwas bewegen. In unserer Interviewserie kommen genau diese Menschen zu Wort: Mitarbeiter von NWS, die ihre Erfahrungen, Ideen und Erkenntnisse mit uns teilen. Wir wollen wissen, was sie antreibt und was wir alle von ihnen lernen können.
Wir setzen unsere Interviewserie mit Joshua Hartmann, Systems Engineer, fort.
Was ist deine Position bei NETWAYS Managed Services und wofür bist du zuständig?
Ich bin im Team SaaS bei NETWAYS Managed Services tätig und verantworte dort unsere Managed Apps. Dazu zählen unter anderem Nextcloud, GitLab, Icinga, Prometheus sowie unsere Managed AI-Modelle. Mein Fokus liegt darauf, diese Plattformen für unsere Kunden sicher, performant und hochverfügbar zu betreiben, von der Bereitstellung über Monitoring und Updates bis hin zur kontinuierlichen Weiterentwicklung.
Welche Entwicklungen im AI-Bereich findest du aktuell besonders spannend?
Zwei Entwicklungen stechen für mich hervor: Erstens die rasante Entwicklung offener AI-Modelle. Deren Qualität steigt so schnell, dass sich der Betrieb eigener, selbst gehosteter Modelle für immer mehr Unternehmen lohnen kann. Zweitens die Einbettung von AI in den Arbeitsalltag: KI-Assistenten in der IDE, für GitOps-Prozesse, im Wissensmanagement, etwa bei Nextcloud, und im Support.
Wie wichtig sind Datenschutz und Datensicherheit beim Einsatz von AI?
Für mich ist das keine Nebensache, sondern eine Grundvoraussetzung. Sobald AI-Modelle mit Unternehmensdaten arbeiten, ist die entscheidende Frage: Wohin fließen diese Daten? Viele Unternehmen haben zu Recht Bedenken, dass ihre Daten bei externen Anbietern landen oder sogar zum Training verwendet werden. Genau hier setzen wir an: Unsere AI-Modelle laufen in kontrollierten Umgebungen, die Datenflüsse sind klar definiert, und Compliance mit der DSGVO ist Teil des Betriebs. Datenschutz bei AI ist für uns die Basis, auf der Vertrauen entsteht.
Wo liegen aus deiner Sicht die größten Herausforderungen, wenn man AI in bestehende Prozesse integriert?
Aus dem Betrieb heraus sehe ich vor allem zwei Dinge: Erstens, dass die meisten Unternehmen ihre Daten nicht in dem Zustand haben, den AI-Modelle brauchen, zu unstrukturiert, zu verstreut, zu wenig gepflegt. Und zweitens, dass AI-Systeme nach der Einführung nicht einfach laufen, sondern wie jede andere Infrastruktur betrieben werden müssen: Updates, Monitoring, Qualitätssicherung.
Was sind aktuell die größten Herausforderungen im Betrieb moderner Managed-Service-Umgebungen?
Moderne Umgebungen sind ein Mix aus Cloud, Self-Hosted-Apps, Containern und inzwischen AI-Modellen und all das muss zuverlässig zusammenarbeiten. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Sicherheit und Compliance ständig, und das Tempo der technischen Entwicklung wird schneller. Und dann das Thema Personal: Qualifizierte Expertise für moderne Infrastrukturen zu finden und zu halten, wird immer schwieriger. Wer das alles selbst betreiben will, braucht ein breites Team, genau deshalb geben immer mehr Unternehmen diesen Betrieb an spezialisierte Partner ab.
Wie stellst du sicher, dass unsere Managed Service Systeme sicher und verfügbar bleiben?
Wir überwachen unsere Umgebungen kontinuierlich, mit Icinga und Prometheus, die wir übrigens selbst als Managed Service betreiben. Dazu kommen regelmäßige Sicherheitsupdates, getrennte Umgebungen und klare Betriebsprozesse. Bei den AI-Modellen achten wir zusätzlich auf kontrollierten Zugang und nachvollziehbare Datenhaltung. Und ganz wichtig: offene Kommunikation mit den Kunden: wenn etwas passiert, kommunizieren wir transparent und arbeiten an Lösungen, statt Probleme klein zu reden.
Worauf sollten Unternehmen bei der Wahl eines Managed-Service-Partners achten?
Ich würde auf drei Punkte schauen: Erstens echte Betriebskompetenz, der Partner sollte die Technologien, die er anbietet, selbst im eigenen Stack betreiben und damit leben. Zweitens Transparenz: klare Prozesse, ehrliches Reporting und offene Kommunikation, gerade wenn mal etwas schiefgeht. Und drittens eine partnerschaftliche Haltung: Ein guter Partner berät, erklärt und entwickelt mit, statt nur Tickets abzuarbeiten. Und: Sicherheit und Datenschutz sollten als selbstverständlich im Service enthalten sein, nicht als Aufpreis.
Welchen Tipp würdest du Unternehmen geben, die gerade ihre AI-Strategie entwickeln oder Managed Services nutzen möchten?
Startet klein, aber mit klarem Ziel. Sucht euch einen konkreten Use Case, bei dem AI messbaren Mehrwert bringt und baut von dort aus auf. Vermeidet die Versuchung, AI um der AI willen einzuführen, und denkt von Anfang an an die Daten: Wohin fließen sie, wer hat Zugriff? Und wenn ihr Managed Services nutzt: Wählt einen Partner, der auf Augenhöhe mit euch arbeitet und dessen Technologie-Stack ihr nachvollziehen könnt.
Welchen technischen Trend sollte jedes Unternehmen im Blick behalten?
Für mich ist es der Wandel von AI als Chat-Tool zu AI als Arbeits-Tool, also AI-Agenten, die nicht nur Fragen beantworten, sondern eigenständig Aufgaben erledigen. Das wird verändern, wie Unternehmen arbeiten. Und eng damit verknüpft, Datensouveränität. Je stärker AI zum Standardwerkzeug wird, desto wichtiger ist die Frage, wo die Daten verarbeitet werden und wer darauf zugreifen kann. Unternehmen, die das jetzt mitdenken und etwa AI-Modelle in der eigenen Umgebung betreiben, werden später einen klaren Vorsprung haben.





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