Jede Geschichte beginnt mit Menschen, die etwas bewegen. In unserer Interviewserie kommen genau diese Menschen zu Wort: Mitarbeiter von NWS, die ihre Erfahrungen, Ideen und Erkenntnisse mit uns teilen. Wir wollen wissen, was sie antreibt und was wir alle von ihnen lernen können.
Wir setzen unsere Interviewserie mit Achim Ledermüller, Senior Manager Cloud, fort.
Was ist deine Position bei NETWAYS Managed Services und wofür bist du zuständig?
Als Cloud Manager bin ich für die fachliche Führung unseres Cloud-Teams verantwortlich. Dieses kümmert sich um den Betrieb und die Weiterentwicklung der NWS Cloud Services. Inhaltlich geht es hierbei um RZ-Arbeiten, Server, Router und Switches. Und natürlich um die darauf laufenden Dienste, wie SDN, Storage und OpenStack, die als Basis für weitere Produkte wie Managed Kubernetes®, Object Storage, Air Gapped Backup, Customer Center und natürlich unsere NWS Cloud dienen. Alle Komponenten müssen stabil laufen, damit unser Managed-Services-Team und die MyEngineer® die Setups unserer Kunden betreiben können.
Das hört sich erst einmal nach viel Arbeit an, aber zum Glück haben wir Spezialisten in allen Bereichen. Für mich bedeutet das viele Gespräche im Team, damit ich den Überblick behalte und eine weitere sinnvolle Planung bereitstellen kann.
Wie definierst du die Rolle von Cloud-Services in der heutigen Zeit?
Ich sehe Cloud-Services als Basisinfrastruktur, die so selbstverständlich und zuverlässig sein sollte wie Wasser aus dem Hahn. Die meisten Anwendungen in Unternehmen benötigen diese Basis, weshalb sie einfach, schnell, fair und stabil nutzbar sein muss.
Welche Vorteile siehst du für Kunden, wenn sie auf die Cloud setzen, statt auf eigene Infrastruktur?
Vor allem sehe ich den Vorteil darin, dass man sich auf das eigene Kerngeschäft konzentrieren kann. Ein stabiler und sicherer Betrieb eigener Services ist in der Regel sehr zeitaufwändig. Wenn die nötigen Kapazitäten und das Wissen in einigen Bereichen fehlen, ist es besser, einen zuverlässigen Dienstleister zu nutzen.
Wie priorisierst du Service-Weiterentwicklungen: durch Kundenfeedbacks, Markttrends, technische Innovationen oder eine Mischung?
Neue Features und Angebote entstehen natürlich oft aus Anfragen und Feedback unserer bestehenden Kunden. Wenn eine gefundene Lösung gut zu unserer Plattform passt, wird oftmals ein neuer Service daraus gemacht, der allen Kunden zur Verfügung gestellt wird. Ein aktuelles Beispiel ist unser Air Gapped Backup. Aus einer individuellen Kundenanfrage ist ein Service entstanden, der von allen bequem genutzt werden kann.
Andere Entwicklungen werden hingegen oftmals durch technische Innovationen vorangetrieben. Kunden erfahren den Vorteil hierbei oft nur indirekt, beispielsweise durch einen verbesserten, stabileren Service, wie die Umstellung unseres „alten” Netzwerks auf eine moderne Spine-Leaf-Architektur oder die Migration des SDN zu OVN.
Den richtigen Einstiegszeitpunkt für andere Markttrends zu treffen, ist oftmals schwer. Als Provider benötigt man hier Lösungen, die stabil und skalierbar betrieben werden können. Die Open-Source-Welt liefert oft gute Produkte, aber bis alle Probleme gelöst sind, vergehen oft Jahre. Ein Beispiel ist Docker, das die Container-Welt wachgerüttelt hat. Mit Mesos und Marathon waren auch schnell gute Scheduler verfügbar. Die CNCF hat die beiden Produkte abgelöst bzw. weiterentwickelt und erst mit Kubernetes den „Trend” für alle verfügbar und stabil gemacht. Ohne Cluster API oder Ähnliches ist das Betreiben vieler Cluster trotzdem aufwändig.
Welche Rolle spielen Transparenz und Audits für das Vertrauen der Kunden?
Ich glaube, dass Einblicke in unsereUmgebung, Prozesse und technischen Details unseren Kunden etwas mehr Kontrolle über die von ihnen einzuhaltenden Vorgaben, wie Verfügbarkeit und Vertraulichkeit, geben. Es ist für Kunden notwendig zu verstehen, welche Services und Prozesse welche Auswirkungen im Fehlerfall haben. Fehler passieren natürlich ab und an, egal ob technischer oder menschlicher Art. Unsere Aufgabe ist es, die Auswirkungen für unsere Kunden so gering wie möglich zu halten.
Audits und anerkannte Zertifizierungen wie ISO 27001 oder PCI DSS dienen dabei als unabhängige Bestätigung, dass unsere internen Kontrollen, Datenschutz- und Verfügbarkeitsmaßnahmen den branchenüblichen Standards entsprechen. Sie schaffen ein vertrauenswürdiges Fundament, auf dem auch neue Kunden schnell beurteilen können, ob unser Sicherheits- und Qualitätsniveau ihren eigenen Anforderungen entspricht.
Welche Erwartungen haben Kunden heute an Cloud-Services und wie begegnest du diesen?
Die Erwartungen an Cloud-Services sind äußerst vielfältig: hohe Verfügbarkeit, robuste Sicherheit, transparente und niedrige Kosten, flexible Ressourcennutzung, nahezu unbegrenzte Skalierbarkeit, gut dokumentierte APIs, zuverlässiger Support, Nachhaltigkeit und optimale Performance. Gleichzeitig steigen die Ansprüche an nutzbare Services und Features, sodass der Katalog, den ein Cloud-Provider bereitstellen muss, kontinuierlich wächst.
Für uns ist es deshalb wichtig, einen ausgewogenen Weg zwischen den Aufwänden für Betrieb und Weiterentwicklung zu finden und genau zu identifizieren, welche Anforderungen unsere (potenziellen) Kunden tatsächlich haben. Dazu gehört leider auch, nicht gebuchte Produkte und Services wieder abzuschalten.
Was war die größte technische Herausforderung in den letzten Jahren?
Neben einzelnen neuen Technologien und Produkten, die es zu erlernen gilt, ist für mich die größte technische Herausforderung der reibungslose Betrieb aller Komponenten. Hier greifen viele Zahnräder ineinander, die jeweils gepflegt und ggf. auch mal ersetzt werden müssen. Im laufenden Betrieb gibt es hierbei wenig Raum für Fehler und Ungenauigkeiten. Jede Störung einer Komponente hat Auswirkungen auf andere Services und widerspricht somit den Erwartungen der Kunden.
Welche technologischen Trends werden deiner Meinung nach die nächsten Jahre in der Cloud-Welt prägen?
Gute Frage, einen Blick in die Glaskugel kann ich natürlich nicht geben.
Aber KI-Modelle und -Lösungen werden natürlich stärker genutzt und als weiteres Produkt in die Welt der Cloud-Provider aufgenommen. Auch die Anpassung bestehender Services, sodass diese beispielsweise durch Agenten genutzt werden können, wird ein Thema sein.
Serverless und FaaS könnten noch mehr an Fahrt aufnehmen. Dabei wird die genutzte Infrastruktur noch weiter abstrahiert als bei Kubernetes, was eine bessere Fokussierung auf die eigene Anwendung ermöglicht. Kubernetes wird uns aber mit Sicherheit noch viele weitere Jahre begleiten.
Auch Entwicklungen wie Low-Code-Environments finde ich interessant, sie sind aber aktuell auf unserer Plattform noch nicht gefragt.





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