Managed Cloud vs. Self-Hosted Cloud: Was lohnt sich wirklich?

24 September, 2025

Nadine Kustos
Nadine Kustos
Marketing Manager

Nadine unterstützt seit Mai 2025 das NETWAYS Managed Service Team. Als Marketing Managerin kümmert sie sich um die Planung, Durchführung und Kontrolle von Marketingaktivitäten, um die Produkte optimal am Markt zu positionieren. Auch in ihrer Freizeit darf der kreative Ausgleich nicht fehlen: Neben der Fotografie und dem Tanzen, zählen auch das Malen, Basteln und Sport zu ihren Hobbies.

von | Sep. 24, 2025

Für Unternehmen ist es heutzutage wichtig, das richtige Hosting-Modell zu wählen, um eine schnelle, sichere und ausfallsichere Website bzw. Anwendung zu gewährleisten. Durch das Aufkommen von Cloud-Technologien und die Weiterentwicklung der IT-Infrastrukturen haben sich zwei wesentliche Optionen herausgebildet: Managed Cloud-Lösung oder Self-Hosting.

Doch warum ist diese Entscheidung für Unternehmen so wichtig? Mobile Nutzer erwarten schnelle Ladezeiten und gut funktionierende Applikationen und Websites. Wenn diese Faktoren nicht gegeben sind, springen viele Nutzer direkt wieder ab. Zudem ist das Thema Sicherheit angesichts der zunehmenden Bedeutung von Cyberangriffen ein wichtiger Punkt, der unbedingt berücksichtigt werden sollte.

Sollte ich mich also für eine Managed Cloud-Lösung entscheiden oder meine eigene Infrastruktur via Self-Hosting betreiben? Beide Optionen haben langfristig greifbare Vor- und Nachteile, sowohl in puncto Kosten als auch in Bezug auf Kontrolle, Skalierbarkeit und Sicherheit. In diesem Artikel betrachten wir beide Modelle ausführlich und bewerten ihre Wirtschaftlichkeit genau.

Grundlegende Unterschiede

Managed Cloud

Bei einer Managed Cloud übernimmt ein externer Dienstleister die Verwaltung der Infrastruktur. Dazu gehören unter anderem Installation, Konfiguration, Monitoring, Updates, Sicherheitsmaßnahmen (zum Beispiel Firewalls, Backups und DDoS-Schutz) sowie ein 24/7-Support. Unternehmen können sich dadurch stärker auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, sind aber von dem Service-Level des Anbieters abhängig. Im Detail besteht die Managed Cloud aus den folgenden Aspekten:

Technische Faktoren

  • Servereinrichtung: Die Installation des Betriebssystems und die Konfiguration der Serverumgebung liegen beim Cloud-Anbieter.
  • Software-Updates: Übernahme von regelmäßigen Aktualisierungen und Updates.
  • Backup-Dienste: Durchführung regelmäßiger Sicherungen, um eine schnelle Wiederherstellung deiner Daten zu gewährleisten.

Sicherheit

  • Firewalls: Schutz deiner Website bzw. Anwendung vor unerwünschtem Zugriff und potenziellen Bedrohungen.
  • DDoS-Schutz: Schutz vor Angriffen, die darauf abzielen, deinen Server durch Überlastung lahmzulegen.

Performance

  • Monitoring: 24/7-Überwachung deines Servers, um reibungslose Abläufe zu gewährleisten und potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen.
  • Optimierungsmaßnahmen: Regelmäßige Optimierungen und Anpassungen, um deine Umgebung immer auf dem neuesten Stand zu halten.
  • SLAs: Diese sorgen für eine hohe Ausfallsicherheit deines Unternehmens.

Kundenservice

  • 24/7-Support: Ein Expertenteam steht dir rund um die Uhr zur Verfügung und hilft dir jederzeit weiter.
  • Ansprechpartner: Bei technischen Fragen oder allgemeinen Hilfestellungen steht dir zudem ein fester Ansprechpartner zur Seite.
  • Übernahme der Service-Dienstleistungen: Pay-as-you-go- oder Flatrate-Modelle

Self-Hosting

Beim Self-Hosting betreibt das Unternehmen die Infrastruktur selbst, entweder auf eigenen Servern (On-Premise) oder in gemieteten Rechenzentren. Das bedeutet volle Kontrolle über Hard- und Software, aber auch die Verantwortung für Wartung, Updates, Sicherheit und Skalierung. Die wichtigsten Faktoren dabei sind:

Technische Freiheit

  • Hardware-Auswahl: Du kannst die Hardware als Unternehmen ganz nach deinen Bedürfnissen selbst auswählen.
  • Software-Freiheit: Auch Software kann maßgeschneidert und speziell für die eigenen Bedürfnisse direkt selbst ausgewählt werden.

Kostenübersicht

  • Anschaffungskosten: Es entstehen hohe Anschaffungskosten durch die selbstständige Beschaffung der notwendigen Hard- und Software.
  • Stromkosten: Es entstehen hohe Stromkosten, da die Server rund um die Uhr laufen müssen.
  • Kühlung: Auch die Kosten für ein Kühlsystem sollten beachtet werden, da Server viel Wärme erzeugen.
  • Wartung und Ersatzteile: Einzelteile deines Servers können immer wieder ausfallen und müssen entsprechend ersetzt werden. Zudem sollte hier Zeit für etwaige Reparaturen einkalkuliert werden.

Sicherheitsstandards

  • Eigene Firewalls: Du musst dich selbst um deine Sicherheitssysteme, wie etwa Firewalls, kümmern.
  • Sicherheitsupdates und Backups: Du musst selbst sicherstellen, dass alle Software und Systeme jederzeit auf dem neuesten Stand sind. Regelmäßige Updates sollten von dir selbst erledigt werden, um deine Daten auch bei Problemen jederzeit verfügbar zu haben.
  • Sicherheit deines Rechenzentrums: Gewährleiste jederzeit die Sicherheit deiner Server vor Diebstahl oder Sabotage.

Know-how

  • IT-Ressourcenbedarf: Der Bedarf an Personal und dem entsprechenden Know-how ist kontinuierlich vorhanden und muss jederzeit gedeckt sein.
  • Unabhängigkeit von Cloud-Providern: Durch eigene Server und eigenes Hosting verringerst du die Abhängigkeit von anderen, da du dich um alles selbst kümmern kannst und darfst.
  • Problembehandlung: Du trägst die volle Verantwortung bei Ausfällen oder Sicherheitsvorfällen.

Wirtschaftlichkeit im Zeitverlauf – TCO-Betrachtung

Der Total Cost of Ownership (TCO) ist der entscheidende Faktor für die langfristige Wirtschaftlichkeit. Hierbei werden alle Kosten über mehrere Jahre hinweg einbezogen.

Self-Hosting: Anfangsinvestition, danach laufende Belastung

  • Initialkosten: Server, Netzwerktechnik, Softwarelizenzen
  • Betriebskosten: Strom, Kühlung, Internetanbindung, Wartung
  • Personal: Administratoren und Sicherheitsexperten
  • Risiken: Kosten durch Ausfälle oder Cybervorfälle

Beispiel: Ein mittelständisches Unternehmen mit 500 Mitarbeitern muss für eine Self-Hosted-Lösung zunächst mehrere Hunderttausend Euro für Hardware und Einrichtung investieren. Hinzu kommen jährlich Personal- und Betriebskosten im sechsstelligen Bereich.

Managed Cloud: Planbare laufende Kosten

  • Monatliche Gebühren je nach Nutzerzahl oder Ressourcenverbrauch.
  • Skalierbarkeit verhindert eine Überdimensionierung der Infrastruktur.
  • Inklusive Services wie Backups, Monitoring und Sicherheitsupdates.
  • Kalkulierbare Kosten, da Risiken und Wartung an den Provider ausgelagert sind

Beispiel: Ein Unternehmen entscheidet sich für eine Managed Cloud mit 500 Nutzern. Anstelle hoher Einmalkosten fallen monatlich planbare Gebühren an, die oftmals 50–70 % günstiger sind als ein eigener Betrieb über mehrere Jahre.

Risiken und Stolperfallen

Managed Cloud

  • Vendor-Lock-in: Ein Wechsel zu einem anderen Anbieter kann technisch und finanziell aufwendig sein.
  • Kostenüberschreitungen: Bei Pay-as-you-go können die Kosten schnell steigen, wenn Ressourcen unkontrolliert genutzt werden.
  • Datensouveränität: Je nach Anbieter und Standort können Datenschutzbedenken entstehen.

Self-Hosting

  • Hohe Komplexität: Der Betrieb erfordert IT-Know-how auf hohem Niveau.
  • Sicherheitsrisiken: Angriffe müssen intern abgewehrt werden – oft mit weniger Ressourcen als bei einem Provider.
  • Skalierungsprobleme: Wachstum bedeutet neue Hardwareanschaffungen, die wiederum Investitionen auslösen.

Entscheidungshilfe: Welche Lösung passt zu wem?

Eine Managed Cloud lohnt sich für:

  • Start-ups und KMUs ohne große IT-Abteilung.
  • Unternehmen mit schwankendem Ressourcenbedarf.
  • Organisationen, die Flexibilität, Sicherheit und Ausfallsicherheit priorisieren.
  • Teams, die sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren wollen.

Self-Hosting lohnt sich für:

  • Unternehmen mit sehr hohen, stabilen und vorhersehbaren IT-Lasten.
  • Branchen mit extremen Anforderungen an Datensouveränität und Compliance (z. B. Banken, Behörden).
  • Firmen mit einem starken internen IT-Team, das sowohl Sicherheit als auch Betrieb gewährleisten kann.

Fazit

Die Frage „Managed Cloud vs. Self-Hosted Cloud“ lässt sich nicht pauschal beantworten. Doch eines ist klar:

Eine Managed Cloud bietet Planungssicherheit, Flexibilität und oft geringere Gesamtkosten über mehrere Jahre hinweg.

Self-Hosting kann dann wirtschaftlicher sein, wenn ohnehin IT-Ressourcen vorhanden sind, die Auslastung konstant hoch ist und maximale Kontrolle benötigt wird.

Letztendlich entscheidet eine individuelle Kosten-Nutzen-Analyse: Nur wer die Total Cost of Ownership realistisch kalkuliert – inklusive versteckter Aufwände und Risiken – kann eine fundierte Entscheidung für die langfristig wirtschaftlichste Lösung treffen.

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