Für viele Unternehmen stellt die Migration in die Cloud einen strategisch wichtigen Schritt dar. Sie verspricht Flexibilität, Skalierbarkeit, Kosteneffizienz und Zugang zu modernster Technologie. Doch so verlockend die Vorteile auch sind: Der Weg dorthin ist kein Selbstläufer. Immer wieder scheitern Projekte oder bringen nicht den erhofften Nutzen, weil typische Fehler gemacht werden. Nachfolgend findest du die häufigsten Fehler sowie Tipps, wie du diese mit der richtigen Vorbereitung und Herangehensweise vermeiden kannst.
1. Fehlende Planung und ungeeignete Architektur
Einer der größten Fehler besteht darin, ohne klaren Fahrplan zu starten. Viele Unternehmen migrieren bestehende Systeme im sogenannten „Lift-and-Shift“-Verfahren eins zu eins in die Cloud, ohne die Architektur an die neuen Möglichkeiten und Anforderungen anzupassen. Das spart zwar kurzfristig Zeit, führt aber häufig zu ineffizienter Ressourcennutzung, unnötig hohen Kosten und schlechter Performance.
Warum das problematisch ist:
Die Cloud ist nicht nur ein anderer Ort, an dem deine Server stehen, sondern erfordert ein anderes Architekturdenken. Dienste lassen sich elastisch skalieren, Workloads können in Microservices zerlegt und automatisiert orchestriert werden. Wer diese Möglichkeiten ignoriert, verschenkt enormes Potenzial.
So machst du es besser:
- Analysiere im Vorfeld genau, welche Workloads sich eignen und wie sie am besten bereitgestellt werden.
- Prüfe, ob sich Anwendungen modernisieren lassen, statt sie nur zu verschieben.
- Plane ausreichend Zeit für einen Proof of Concept ein, um technische und wirtschaftliche Risiken zu erkennen, bevor die eigentliche Migration beginnt.
2. Mangelndes Know-how und unterschätzte Komplexität
Eine Cloud-Migration ist ein komplexes Unterfangen, das sowohl technisches Wissen als auch organisatorische Erfahrung erfordert. In vielen Unternehmen fehlt das nötige Know-how, um alle Aspekte – von Netzwerken über Sicherheit bis hin zur Governance – abzudecken. Wenn die Komplexität unterschätzt wird, kann dies zu enormen Verzögerungen, Sicherheitslücken oder auch zu teuren Fehlkonfigurationen führen.
Warum das problematisch ist:
Ohne erfahrene Fachkräfte ist es schwierig, die Abhängigkeiten zwischen den Systemen richtig zu verstehen, Daten konsistent zu migrieren und Performance-Bottlenecks zu vermeiden. Auch das Change-Management und die Schulungen der Mitarbeitenden geraten leicht ins Hintertreffen.
So machst du es besser:
- Stelle sicher, dass dein Team über die notwendigen Fähigkeiten verfügt, z. B. durch gezielte Schulungen oder den Einsatz externer Experten.
- Setze auf eine schrittweise Migration in klar abgegrenzten Phasen. So lassen sich Abhängigkeiten entwirren und Probleme frühzeitig identifizieren.
- Binde die Fachabteilungen aktiv ein, damit Prozesse und Workflows nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch passen.
3. Unterschätzte Kosten und fehlendes FinOps
Viele Unternehmen sind überrascht, wenn die Rechnung für die Cloud deutlich höher ausfällt als erwartet. Der Grund: Cloud-Kostenmodelle unterscheiden sich grundlegend von klassischen Lizenz- oder Infrastrukturkosten. Neben den reinen Rechen- und Speicherkosten fallen auch Gebühren für Datentransfers, Support oder Schulungen an.
Warum das problematisch ist:
Ohne kontinuierliches Kostenmonitoring kann es leicht passieren, dass ungenutzte Ressourcen weiterlaufen oder Services überdimensioniert bereitgestellt werden.
So machst du es besser:
- Implementiere ein FinOps-Modell, um die Kostenentwicklung transparent zu machen und sie regelmäßig zu optimieren.
- Nutze die Kostenwarnungen und Budgetlimits von Cloud-Anbietern.
- Verstehe genau, wie dein Cloud-Anbieter abrechnet und plane Kosten für Migration, Schulungen und laufende Optimierungen ein.
4. Sicherheits- und Compliance-Fehlannahmen
Ein weitverbreitetes Missverständnis ist, dass sich der Cloud-Anbieter komplett um die Sicherheit kümmert. Tatsächlich gilt jedoch das sogenannte Shared-Responsibility-Modell: Der Anbieter ist für die Sicherheit der Infrastruktur verantwortlich, während der Kunde für die Konfiguration, Zugriffsrechte und die Sicherheit seiner Daten zuständig ist.
Warum das problematisch ist:
Wer diese Verantwortung nicht wahrnimmt, riskiert offene Sicherheitslücken, etwa durch falsch konfigurierte Storage-Buckets, ungesicherte Schnittstellen oder weitreichende Berechtigungen.
So machst du es besser:
- Entwickle eine klare Cloud-Security-Strategie mit Verschlüsselung, rollenbasierten Zugriffskontrollen und kontinuierlichem Monitoring.
- Überprüfe Konfigurationen außerdem regelmäßig mit automatisierten Tools.
- Stelle außerdem sicher, dass gesetzliche Vorgaben und branchenspezifische Compliance-Standards eingehalten werden – insbesondere bei sensiblen Daten.
5. Vendor-Lock-in und eingeschränkte Flexibilität
Viele Cloud-Dienste sind proprietär und nur schwer auf andere Plattformen übertragbar. Wer sich zu sehr an einen Anbieter bindet, verliert langfristig an Flexibilität und muss bei einem Wechsel mit hohen Kosten und Aufwand rechnen.
Warum das problematisch ist:
Ein Lock-in kann dich daran hindern, künftig auf günstigere oder leistungsfähigere Plattformen zu wechseln oder hybride Szenarien umzusetzen.
So machst du es besser:
- Setze nach Möglichkeit auf offene Standards wie OpenStack und portable Architekturen.
- Nutze Container- und Orchestrierungslösungen wie Kubernetes, um Workloads einfacher migrieren zu können.
- Überlege bereits bei der Auswahl der Dienste, wie schwierig ein späterer Anbieterwechsel wäre
6. Fehlendes Monitoring und Ressourcenmanagement nach der Migration
Nach einer erfolgreichen Migration betrachten viele das Projekt als abgeschlossen. Doch ohne kontinuierliches Monitoring werden unnötig Ressourcen weiterlaufen, die Kosten werden unbemerkt steigen und potenzielle Störungen werden zu lange unerkannt bleiben.
Warum das problematisch ist:
Unüberwachte Cloud-Umgebungen führen schnell zu Kostenexplosionen und Sicherheitsrisiken. Zudem bleiben Optimierungspotenziale ungenutzt.
So machst du es besser:
- Richte von Anfang an umfassende Monitoring- und Reporting-Systeme ein.
- Automatisiere das Abschalten nicht genutzter Ressourcen.
- Etabliere außerdem klare Prozesse für das Lifecycle-Management deiner Cloud-Ressourcen.
7. Unzureichende Datensicherung und Synchronisation
Eine Migration ohne vorherige, getestete Backups ist riskant. Datenverluste, Inkonsistenzen oder lange Ausfallzeiten können den Betrieb massiv beeinträchtigen.
Warum das problematisch ist:
Einmal verlorene oder beschädigte Daten lassen sich oft nur mit großem Aufwand – oder gar nicht – wiederherstellen.
So machst du es besser:
- Fertige vollständige Backups an und teste die Wiederherstellung, bevor du migrierst.
- Setze bei kritischen Workloads auf Echtzeitsynchronisation statt auf reinen Batch-Transfer.
- Plane außerdem ausreichend Zeit für die Validierung der migrierten Daten ein.
Fazit: Migration als kontinuierlichen Prozess betrachten
Die Cloud-Migration ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess. Wer die typischen Fehler kennt und diese bewusst vermeidet, schafft die Grundlage für eine zukunftsfähige IT-Landschaft.
Mit einer klaren Strategie und der Einhaltung der genannten Tipps lässt sich das volle Potenzial der Cloud ausschöpfen, ohne dass es zu bösen Überraschungen kommt.
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